DJ Führerschein

Die Einführung des Sachkundenachweises ist eine gemeinsame Initiative von Sozialministerium Baden-Württemberg, Bundesverband Deutscher Discotheken und Tanzbetriebe und Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Baden-Württemberg.

Mit der Veranstaltung zum Erwerb Sachkundenachweises ‚DJ-Führerschein’ wird:

  1. über die gesundheitlichen Folgen lauter Musik
  2. die technischen und taktischen Möglichkeiten zur Sensibilisierung der Jugendlichen
  3. sowie die haftungsrechtlichen Aspekte

eingehend informiert.

In Diskotheken und bei Musikveranstaltungen sind Musikschallpegel (Mittelungspegel über die Dauer der Veranstaltung) von mehr als 100 Dezibel üblich. Die Bundesärztekammer hat als Zielwert zur Vermeidung Lärmbedingter Schwerhörigkeit eine Begrenzung auf 95 Dezibel im lautesten Bereich der Diskotheken gefordert.

Die Gehörschädigende Wirkung von Lärm ergibt sich aus Schallpegel und Einwirkzeit. So schädigen beispielsweise 40 Stunden Arbeit bei 85 Dezibel pro Woche ebenso wie 4 Stunden Aufenthalt pro Woche in einer Diskothek mit 95 Dezibel. Bei cirka 120 Dezibel liegt die Schmerzgrenze; Geräusche mit 120 Dezibel und mehr können bereits als singuläre Ereignisse nicht heilbar das Gehör schädigen.

Typische Schallpegel bekannter Geräusche in Dezibel:

  1. Schallquelle
  2. Dezibel
  3. extreme Ruhe (Stille) bis 20
  4. Flüstern 30 - 40
  5. Kühlschränke 40 - 50
  6. normale Unterhaltung 40 - 55
  7. Hotel am Meer vor dem Fenster 50 - 65
  8. Zimmerlautstärke 52 - 62
  9. Ablufttrockner 60 - 70
  10. PKW-Verkehr 65 - 85
  11. Bodenstaubsauger 68 - 80
  12. LKW-Verkehr 78 - 90
  13. Diskotheken 90 - 115
  14. Spielzeuge 79 - 135
  15. Rockkonzerte ab 110
  16. Flugzeug im Nahbereich 95 - 120
  17. Knallkörper 145 -160
  18. Schmerzgrenze 110- 120

Eine grafische Darstellung ist bei der TK- Landesvertretung Baden-Württemberg nach Anfrage unter Tel. 0711 / 250 95 - 404 als Datei erhältlich.

Erläuterung: Der Schallpegel ist ein relatives Maß. Die Angabe erfolgt in Dezibel (dB). Da die Dezibelskala logarithmisch ist, entspricht jede Verdopplung der Schallstärke einer Schallpegelzunahme um (nur) drei Dezibel. Bei zehnfacher Schallstärke, zum Beispiel zehn Autos statt eins, steigt der Schallpegel um 10 Dezibel; dies entspricht etwa der Verdopplung der wahrgenommenen Lautstärke.

Nach den Ergebnissen einer aktuellen landesweiten Umfrage der Landesanstalt für Umweltschutz ist für die Menschen in Baden-Württemberg Lärm das wichtigste aller Umweltprobleme. Mehr als jeder Vierte (27,3 Prozent) fühlt sich durch Lärm belästigt.